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IT-Administrator: Aufgaben, Skills, Ausbildung & Karriere 2026
6.1.2026

IT-Administrator: Aufgaben, Skills, Ausbildung & Karriere 2026

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Ein IT-Administrator ist der zentrale Ansprechpartner für den reibungslosen Betrieb der gesamten IT-Infrastruktur eines Unternehmens. Von Servern über Netzwerke bis hin zu Cloud-Diensten – IT-Admins sorgen dafür, dass alle Systeme sicher, verfügbar und leistungsfähig bleiben. In Deutschland gehört der Beruf zu den gefragtesten im IT-Bereich, mit tausenden offenen Stellenangeboten und steigenden Gehältern.

Lesezeit: 12 Minuten

Kurz gesagt: Ein IT-Administrator installiert, konfiguriert und wartet IT-Systeme, verwaltet Benutzerkonten, sichert Daten und unterstützt Mitarbeitende bei technischen Problemen – der Einstieg gelingt über eine Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration, ein Informatikstudium oder über Quereinsteiger-Weiterbildungen mit Zertifizierungen wie CompTIA Network+ oder Microsoft Azure Administrator.

Dieser Artikel deckt alle wesentlichen Aspekte der Rolle ab: von den täglichen Aufgaben über technische und persönliche Anforderungen bis hin zu Ausbildungswegen, Zertifizierungen, Gehaltsspannen und Karriereperspektiven im DACH-Raum. Nicht enthalten sind tiefgehende Betriebssystem-Handbücher oder Programmier-Tutorials.

Die Zielgruppe umfasst Schulabgänger*innen, die einen Einstieg in den IT-Bereich suchen, Quereinsteiger*innen mit Technik-Affinität, Fachinformatiker*innen, die ihre Karriere planen, IT-Support-Mitarbeitende, die aufsteigen möchten, sowie Führungskräfte, die die Rolle besser verstehen wollen.

Nach dem Lesen dieses Artikels wissen Sie:

  • Welche täglichen Aufgaben ein IT-Administrator in einem mittelständischen Unternehmen übernimmt.
  • Welche technischen und persönlichen Fähigkeiten für den Beruf entscheidend sind.
  • Welche Zertifizierungen wie CompTIA Network+, CCNA oder Microsoft Azure Administrator Ihre Karriere beschleunigen.
  • Mit welchem Gehalt Sie in verschiedenen Karrierestufen rechnen können.
  • Ob der Beruf zu Ihren Stärken und Interessen passt.

Grundverständnis: Was ist ein IT-Administrator?

IT-Administratoren bilden das operative Rückgrat der Digitalisierung in Organisationen jeder Größe. Sie tragen die Verantwortung für IT-Infrastruktur, Netzwerke, Server, Betriebssysteme und IT-Sicherheit – und stellen sicher, dass Mitarbeiter*innen produktiv arbeiten können. Ohne ihre tägliche Arbeit würde der Betrieb in den meisten Unternehmen innerhalb von Stunden zum Stillstand kommen.

Definition und Abgrenzung der Rolle

Ein IT-Administrator – oft auch als Systemadministrator, Netzwerkadministrator oder System Engineer bezeichnet – ist der Fachmann, der IT-Systeme installiert, konfiguriert, wartet und überwacht. Die Rolle umfasst Hardware und Software, Netzwerke und Server, Benutzerkonten und Zugriffsrechte sowie Backup und IT-Sicherheit.

Im Gegensatz zu Softwareentwicklern, die neue Anwendungen programmieren, oder IT-Consultants, die strategisch beraten, liegt der Fokus von IT-Admins auf dem operativen Betrieb und der Unterstützung der User. Sie halten bestehende Systeme am Laufen, reagieren auf Störungen und setzen Sicherheitsrichtlinien technisch um.

IT-Administratoren arbeiten in Unternehmen aller Branchen und Größen: In Start-ups übernimmt häufig eine einzelne Person die komplette IT-Betreuung, im Mittelstand teilen sich mehrere Admins die Aufgaben, und in Konzernen oder der öffentlichen Verwaltung – etwa beim ITDZ Berlin – sind die Rollen stark spezialisiert. Auch in Rechenzentren und bei IT-Dienstleistern sind Admins unverzichtbar.

Seit etwa 2020 hat sich die Rolle durch Cloud Computing und Remote Work grundlegend verändert. Statt nur physische Server im Rechenzentrum zu betreuen, verwalten IT-Admins heute hybride Umgebungen mit Microsoft 365, Azure, AWS und zahllosen SaaS-Anwendungen.

Typische Spezialisierungen in der IT-Administration

Die Breite der Aufgaben führt dazu, dass sich IT-Administrator-Jobs in vielen Organisationen in Schwerpunkte aufteilen. Je nach Unternehmensgröße und Branche können Admins sich auf unterschiedliche Bereiche konzentrieren:

  • Systemadministration: Fokus auf Windows Server, Linux-Systeme, Active Directory, Gruppenrichtlinien und Patch-Management. Systemadministratoren sorgen für stabile Server und Betriebssysteme.
  • Netzwerkadministration: Verantwortung für Router, Switches, WLAN, VPN-Gateways und Firewalls. Netzwerk-Admins überwachen die Konnektivität und beheben Verbindungsprobleme.
  • Cloud-Administration: Verwaltung von Microsoft 365, Azure, AWS oder Google Cloud. Cloud-Admins kümmern sich um Identity-Management, Lizenzierung und die Integration von SaaS-Diensten.
  • Sicherheitsadministration: Spezialisierung auf Endpoint-Security, SIEM-Systeme, Rechte- und Rollenverwaltung sowie Schutz vor Exploits und Angriffen. IT-Sicherheit ist in diesem Bereich der zentrale Fokus.
  • Virtualisierung und Storage: Betreuung von VMware, Hyper-V, Proxmox sowie NAS- und SAN-Systemen. Diese Admins sorgen für effiziente Ressourcennutzung und Datenspeicherung.

Mit diesem Überblick über die Spezialisierungen wird deutlich, wie vielfältig die konkreten Aufgaben im Arbeitsalltag ausfallen können.

Aufgaben eines IT-Administrators im Arbeitsalltag

Der Arbeitsalltag von IT-Admins besteht aus einer Mischung aus wiederkehrender Routineaufgaben und ungeplanter Störungen, die sofortige Reaktion erfordern. In vielen Unternehmen gehören auch Rufbereitschaft und gelegentliche Wartung außerhalb der regulären Arbeitszeiten zum Beruf.

Netzwerk- und Systembetrieb

Die Konfiguration und Wartung von Servern bildet einen Kernbestandteil der täglichen Arbeit. IT-Administratoren installieren und aktualisieren Windows Server 2022, Ubuntu Server oder spezialisierte Datenbank-Server. Sie überwachen Systemressourcen, führen Updates durch und beheben Fehler, bevor diese den Betrieb beeinträchtigen.

Die Betreuung von Netzwerkkomponenten umfasst Cisco- oder HPE-Switches, WLAN-Access-Points und VPN-Gateways. IT-Admins konfigurieren VLANs, DNS, DHCP und Routing, um eine stabile Konnektivität für alle Arbeitsplätze sicherzustellen. Bei Netzwerkproblemen analysieren sie Logs und Monitoring-Daten, um die Ursache zu identifizieren.

Für die Überwachung von Verfügbarkeit und Performance setzen IT-Profis Monitoring-Tools wie PRTG, Zabbix oder Nagios ein. Diese Systeme melden automatisch, wenn Server ausfallen, Festplatten volllaufen oder Netzwerkverbindungen instabil werden. Eine sorgfältige Dokumentation aller Änderungen an Netzwerk und Systemen ist dabei unverzichtbar – sie erleichtert spätere Fehlersuche und die Zusammenarbeit im Team.

Benutzersupport und Helpdesk

Als erste Anlaufstelle für Mitarbeiter*innen bei IT-Problemen bearbeiten IT-Administratoren Anfragen über Ticketsysteme, Telefon oder Chat. Typische Anfragen umfassen Passwortzurücksetzungen im Active Directory, Druckerprobleme, VPN-Zugriffe oder Schwierigkeiten mit Outlook und Teams.

Konkrete Beispiele aus dem Alltag: Ein*e Mitarbeiter*in kann sich nicht anmelden – der Admin prüft das Benutzerkonto und setzt das Passwort zurück. Ein Drucker funktioniert nicht – der Admin überprüft Treiber, Netzwerkverbindung und Druckwarteschlange. Ein Remote-Zugriff schlägt fehl – der Admin kontrolliert VPN-Einstellungen und Firewall-Regeln sowie die Serverbetreuung.

In kleineren Firmen haben IT-Admins direkten Kontakt zu allen Usern und lösen Probleme oft vor Ort. In großen Organisationen arbeiten sie häufig im 2nd- oder 3rd-Level-Support und übernehmen komplexere Fälle, die der Helpdesk nicht selbst lösen kann.

IT-Sicherheit und Compliance

Das regelmäßige Patchen von Betriebssystemen und Anwendungen gehört zu den wichtigsten Sicherheitsaufgaben. IT-Admins verfolgen monatliche Windows-Updates, Sicherheitsbulletins und Herstellerhinweise, um bekannte Schwachstellen zeitnah zu schließen und Exploits zu verhindern.

Die Verwaltung von Antivirus- und EDR-Lösungen sowie Firewalls erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit. IT-Administratoren konfigurieren Richtlinien, überwachen Alarme und reagieren auf verdächtige Aktivitäten. Sie setzen Sicherheitsrichtlinien und Compliance-Vorgaben wie DSGVO oder ISO 27001 auf technischer Ebene um.

Ein typisches Sicherheitsprojekt ist die Einführung von Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) für Remote-Zugriffe. Der Admin plant das Rollout, konfiguriert die Systeme, schult die User und überwacht die Akzeptanz.

Backup, Wiederherstellung und Notfallplanung

Die Planung und Überwachung von Backup-Jobs sichert geschäftskritische Daten. IT-Administratoren konfigurieren Backup-Zeitpläne, prüfen Logs auf Fehler und führen regelmäßig Test-Restores durch, um die Wiederherstellbarkeit zu verifizieren.

Gängige Backup-Software wie Veeam, Acronis oder Backup Exec kommt in verschiedenen Szenarien zum Einsatz: Eine versehentlich gelöschte Datei wird aus dem Backup wiederhergestellt, ein ausgefallener Server wird auf neuer Hardware neu aufgesetzt, oder nach einem Ransomware-Angriff werden saubere Daten aus dem Archiv zurückgespielt.

IT-Admins spielen eine zentrale Rolle in Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Plänen. Sie definieren Recovery Time Objectives (RTO) und Recovery Point Objectives (RPO) und stellen sicher, dass diese im Ernstfall eingehalten werden können.

Kernaufgaben im Überblick:

  • Server, Netzwerke und Systeme betreiben und überwachen
  • User bei technischen Problemen unterstützen
  • IT-Sicherheit gewährleisten und Patches einspielen
  • Daten sichern und Wiederherstellungsprozesse testen

Diese vielfältigen Aufgaben erfordern ein breites Spektrum an Fähigkeiten – sowohl technischer als auch persönlicher Art.

Fachliche und persönliche Kompetenzen eines IT-Administrators

Der Beruf des IT-Administrators setzt fundiertes technisches Know-how ebenso voraus wie ausgeprägte Soft Skills. Nur wer beides kombiniert, kann im Alltag bestehen und langfristig Karriere machen.

Technische Kernkompetenzen

Die folgenden technischen Fähigkeiten bilden das Fundament für erfolgreiche IT-Administration:

  • Betriebssysteme: Fundierte Kenntnisse in Windows-Clients (z. B. Windows 11), Windows Server und mindestens einem Linux-Derivat (Ubuntu, CentOS, Debian) sind unverzichtbar. Admins müssen Installation, Konfiguration und Troubleshooting beherrschen.
  • Netzwerkgrundlagen: Verständnis von TCP/IP, DNS, DHCP, VLANs, VPNs und Routing-Konzepten ermöglicht die Betreuung von Netzwerk-Infrastruktur. Ohne dieses Fachwissen lassen sich Verbindungsprobleme nicht effektiv lösen.
  • Verzeichnisdienste und Identitätsmanagement: Active Directory, Gruppenrichtlinien sowie Azure AD / Microsoft Entra ID sind in den meisten Unternehmen Standard. IT-Admins müssen User, Gruppen und Zugriffsrechte sicher verwalten.
  • Cloud- und SaaS-Umgebungen: Die Administration von Microsoft 365, Exchange Online, SharePoint und Teams gehört heute zum Standardrepertoire. Cloud Computing verändert die IT-Infrastruktur grundlegend.
  • Sicherheitskonzepte: Firewalls, Endpoint-Security, Verschlüsselung sowie Rechte- und Rollenmodelle müssen verstanden und korrekt konfiguriert werden. IT-Sicherheit ist kein optionales Thema mehr.
  • Skripting & Automatisierung: Grundkenntnisse in PowerShell, Bash oder Python ermöglichen die Automatisierung wiederkehrender Aufgaben. Wer Routinetätigkeiten scripten kann, gewinnt Zeit für komplexere Projekte.

Soft Skills und Arbeitsweise

Neben technischen Fähigkeiten entscheiden folgende Soft Skills über den Erfolg im Beruf:

  • Problemlösungskompetenz und analytisches Denken: Bei komplexen Störungen müssen Admins systematisch vorgehen, Hypothesen bilden und Lösungen testen – oft unter Zeitdruck.
  • Kommunikationsfähigkeit: IT-Administrator*innen erklären technische Sachverhalte nicht-technischen Kolleg*innen verständlich. Gute Kommunikation reduziert Missverständnisse und beschleunigt die Zusammenarbeit.
  • Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein: Produktivsysteme und sensible Daten erfordern höchste Sorgfalt. Fehler können erhebliche Kosten verursachen oder die Sicherheit gefährden.
  • Stressresistenz und Priorisierungsfähigkeit: Mehrere Tickets gleichzeitig, ein dringender Serverausfall und ein geplantes Update – Admins müssen parallel arbeiten und richtig priorisieren.
  • Lernbereitschaft: Cloud, Security, Automatisierung – die Technologiezyklen sind kurz. Wer nicht kontinuierlich lernt, verliert den Anschluss an aktuelle Entwicklungen in der IT-Welt.

Diese Skills bestimmen maßgeblich, wie erfolgreich der Einstieg in den Beruf gelingt und welche Karrieremöglichkeiten sich eröffnen.

Ausbildung, Quereinstieg und Zertifizierungen

Es gibt mehrere Wege in den Beruf des IT-Administrators – von klassischen Ausbildungen über Studiengänge bis hin zu Umschulungen und Bootcamps. Quereinsteiger haben dabei reale Chancen, wenn sie die richtigen Weiterbildungen absolvieren.

Klassische Ausbildungs- und Studienwege

Die gängigsten Ausbildungsberufe in Deutschland für angehende IT-Admins sind:

  • Fachinformatiker für Systemintegration (IHK): Diese dreijährige duale Ausbildung kombiniert Theorie in der Berufsschule mit Praxis im Betrieb. Inhalte umfassen Netzwerktechnik, Serveradministration, IT-Sicherheit und Benutzersupport – die ideale Vorbereitung auf den Admin-Alltag.
  • IT-Systemelektroniker: Diese Ausbildung legt mehr Fokus auf Hardware, Netzwerkinstallation und Technik. Absolventinnnen und Absolventen arbeiten oft an der Schnittstelle zwischen physischer Infrastruktur und Software.

Relevante Studiengänge wie Informatik, Wirtschaftsinformatik oder IT-Sicherheit vermitteln tieferes theoretisches Wissen und öffnen Türen zu anspruchsvolleren Positionen. Allerdings fehlt Absolventen oft die praktische Erfahrung, die eine Ausbildung bietet.

Vergleich: Die Ausbildung zum Fachinformatiker punktet durch hohe Praxisnähe und ermöglicht einen schnellen Einstieg in den Beruf. Ein Studium bietet dagegen breitere Karriereoptionen und bereitet besser auf Führungsrollen vor.

Quereinstieg und kompakte Weiterbildungen

Umschulungen und kompakte Lehrgänge ermöglichen den Einstieg für Berufswechsler. Programme wie „IT-Administrator IHK” dauern je nach Anbieter und Format zwischen 3 und 12 Monaten und vermitteln praxisnahes Fachwissen.

Hilfreiche Vorkenntnisse für Quereinsteiger*innen umfassen PC-Grundlagen, erste Netzwerkerfahrung und allgemeine Technik-Affinität. Wer bereits privat Linux-Server betreibt oder ein Homelab aufgebaut hat, bringt wertvolle Erfahrung mit.

Geförderte Weiterbildungen über Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit machen den Quereinstieg finanziell möglich. Die Kursformate reichen von Online-Lehrgängen über Präsenzunterricht mit erfahrenen Dozenten bis zu berufsbegleitenden Abendkursen. Manche Anbieter stellen Unterlagen als PDF bereit, andere setzen auf interaktive Plattformen.

Wichtige Zertifizierungen für IT-Administratoren

Zertifizierungen belegen Fachwissen gegenüber Arbeitgebern und können Gehalt und Karrierechancen deutlich verbessern. Die Kosten (zzgl. MwSt.) variieren je nach Anbieter, amortisieren sich aber meist schnell.

  • CompTIA A+ und Network+: Diese Zertifikate decken Hardware-Grundlagen und Netzwerktechnik ab – ideal für Einsteiger, die ihre Kenntnisse offiziell nachweisen möchten.
  • CompTIA Security+: Vermittelt Grundlagen der IT-Sicherheit und ist branchenweit anerkannt. Besonders wertvoll angesichts steigender Sicherheitsanforderungen.
  • Cisco CCNA: Fokussiert auf Routing und Switching in Netzwerken. Dieses Zertifikat ist besonders für Positionen mit Netzwerk-Schwerpunkt relevant.
  • Microsoft Certified: Azure Administrator Associate: Belegt Kompetenz in der Cloud-Administration mit Microsoft Azure – eine der gefragtesten Zertifizierungen im Bereich Cloud Computing.
  • Linux Professional Institute Certification (LPIC-1): Für Admins, die Linux-Systeme betreuen, ist dieses Zertifikat der Standardnachweis für Grundlagenwissen.
  • Herstellerspezifische Zertifikate: VMware VCP, Fortinet NSE oder ähnliche Zertifikate sind sinnvoll, wenn Unternehmen bestimmte Produkte einsetzen.

Mit Ausbildung und Zertifikaten stellt sich die Frage nach Gehalt und Karrieremöglichkeiten.

Karrierepfade, Gehalt und Jobmarkt für IT-Administratoren

Die Nachfrage nach IT-Admins in Deutschland ist seit Jahren hoch. Tausende offene Stellen und der anhaltende Fachkräftemangel im IT-Bereich sorgen für ausgezeichnete Jobchancen und steigende Gehälter.

Einstiegs-, Mittel- und Senior-Level

Typische Karrierestufen im IT-Administrator-Bereich:

  • Einsteigerrollen: IT-Support-Spezialist, Junior-Systemadministrator oder Helpdesk-Techniker. Der Fokus liegt auf Benutzersupport, Standardaufgaben und dem Erlernen von Prozessen unter Anleitung erfahrener Kolleg*innen.
  • Mid-Level: Systemadministrator, Netzwerkadministrator oder Cloud-Administrator. Mehr Eigenverantwortung, Mitarbeit an IT-Projekten und zunehmend spezialisierte Aufgaben prägen diese Stufe.
  • Senior- und Leitungsfunktionen: Senior System Engineer, IT-Teamleiter oder IT-Manager übernehmen Führungsverantwortung, steuern komplexe Projekte und definieren IT-Strategien. Auf höchster Ebene folgt die Position des IT-Leiters oder CIO.

Spezialisierungen in Bereichen wie IT-Sicherheit oder Cloud Computing ebnen den Weg in höher bezahlte Nischenrollen wie Security Analyst oder Cloud Architect.

Gehaltsspanne in Deutschland

Die folgenden Bruttojahresgehälter dienen als Richtwerte (Stand ca. 2024/2025):

  • Berufseinsteiger (0–2 Jahre Erfahrung): ca. 38.000–48.000 €. In dieser Phase sammeln Admins Erfahrung und bauen ihr Fachwissen aus.
  • Erfahrene Admins (3–7 Jahre): ca. 48.000–65.000 €. Mit zunehmender Verantwortung und Spezialisierung steigt das Gehalt deutlich.
  • Senior-Admins und Teamleiter: ca. 65.000–85.000 € und darüber. In großen Unternehmen oder spezialisierten Branchen sind noch höhere Gehälter möglich.

Einflussfaktoren auf das Gehalt umfassen die Region (München zahlt mehr als ländliche Gebiete), die Branche (Finanzsektor und Industrie liegen oft vorn, öffentliche Verwaltung eher im Mittelfeld), sowie Zertifizierungen und Spezialisierungen.

Jobchancen und Zukunftsaussichten

Der Fachkräftemangel im IT-Bereich ist real: Mehrere zehntausend IT-Stellen bleiben in Deutschland unbesetzt, Tendenz steigend. Für qualifizierte IT-Administratoren bedeutet das exzellente Verhandlungspositionen und Wahlmöglichkeiten bei Arbeitgebern.

Trends wie Cloud-Migration, Homeoffice und Zero-Trust-Security erhöhen die Nachfrage weiter. Unternehmen benötigen IT-Profis, die hybride Umgebungen beherrschen, Remote-Arbeitsplätze absichern und moderne Sicherheitskonzepte umsetzen.

Neue Rollenprofile wie „Cloud Administrator”, „DevOps Engineer” oder „IT-Security-Administrator” entwickeln sich als logische Weiterentwicklung klassischer Admin-Tätigkeiten. Wer sich kontinuierlich weiterbildet, findet in diesen Bereichen attraktive Karrieremöglichkeiten.

Um diese theoretischen Informationen greifbar zu machen, folgt nun ein Blick in die konkrete Praxis.

Praxis: Wie arbeitet ein IT-Administrator konkret?

Ein typischer Ablauf und konkrete Methoden veranschaulichen, wie der Arbeitsalltag tatsächlich aussieht und welche Prozesse IT-Admins täglich durchlaufen.

Typischer Arbeitstag in der IT-Administration

Der Morgen beginnt mit System- und Monitoring-Checks. IT-Administratoren prüfen Dashboards, werten Alarme aus und verschaffen sich einen Überblick über den Zustand aller Systeme. Eventuelle Probleme über Nacht werden identifiziert und priorisiert.

Anschließend folgt die Bearbeitung von Tickets. Nach festgelegten Prioritäten – oft orientiert an ITIL-Prozessen – werden Anfragen abgearbeitet. Dringende Störungen haben Vorrang vor weniger kritischen Anfragen.

Geplante Wartungsarbeiten füllen die verbleibende Zeit am Vormittag: Updates einspielen, Konfigurationsänderungen durchführen, Dokumentation aktualisieren. Alles wird sorgfältig protokolliert.

Der Nachmittag ist oft für Projektarbeit reserviert: Einführung einer neuen Backup-Lösung, Migration von Exchange Server nach Microsoft 365 oder Rollout neuer Software auf allen Arbeitsplätzen. Solche IT-Projekte erfordern Planung, Koordination und Durchhaltevermögen.

Standardprozess: Neues Benutzerkonto anlegen

Das Onboarding neuer Mitarbeiter*innen gehört zu den häufigsten Aufgaben. Ein standardisierter Prozess stellt sicher, dass nichts vergessen wird und Sicherheitsanforderungen eingehalten werden.

  1. Anforderung prüfen: Formular vom HR-Team oder Managerfreigabe kontrollieren. Nur autorisierte Anfragen werden bearbeitet.
  2. Benutzerkonto anlegen: Im Verzeichnisdienst (Active Directory oder Azure AD) wird das Konto erstellt und passenden Gruppen zugewiesen.
  3. Lizenzen zuordnen: Mailbox, Microsoft-365-Lizenzen und weitere Cloud-Dienste werden dem User zugewiesen.
  4. Zugriffsrechte konfigurieren: Berechtigungen auf Dateifreigaben, Teams, SharePoint-Sites und anderen Systemen werden eingerichtet.
  5. Arbeitsplatz vorbereiten: Endgerät einrichten, Software installieren, VPN konfigurieren, ggf. Mobile Device Management aktivieren.
  6. Zugangsdaten übermitteln: Passwort sicher übergeben und den User über Sicherheitsrichtlinien informieren.

Standardisierte Checklisten und Automatisierung durch PowerShell-Skripte reduzieren Fehler und sparen Zeit.

Tool-Auswahl: On-Premises vs. Cloud-Administration

Die Wahl zwischen klassischen On-Premises-Umgebungen und Cloud-basierten Lösungen beeinflusst den Arbeitsalltag erheblich.

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Kriterium

Klassische On-Premises-Umgebung

Cloud-/Hybrid-Umgebung

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Infrastrukturaufwand

Hoch – eigene Server, Wartung, Kühlung

Niedrig – Provider übernimmt Hardware

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Skalierbarkeit

Begrenzt – Kapazitätsplanung erforderlich

Flexibel – Ressourcen bei Bedarf buchen

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Sicherheitsmodell

Perimeter-basiert – Firewall schützt Netzwerk

Zero-Trust – Identität ist entscheidend

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Benötigte Skills

Windows Server, Linux, Virtualisierung

Azure, AWS, Identity Management, APIs

<CONTENT>

Typische Tools

Active Directory, VMware, lokale Backup-Software

Azure AD, Microsoft 365 Admin Center, Intune

</TABELLE>

On-Premises-Umgebungen bieten volle Kontrolle und sind für regulierte Branchen manchmal vorgeschrieben. Cloud-Umgebungen punkten mit Skalierbarkeit und reduzierten Betriebskosten. Viele Unternehmen setzen auf hybride Modelle, die beides kombinieren – IT-Admins müssen daher beide Welten beherrschen.

Mit diesem praktischen Einblick wird deutlich, welche Stolpersteine im Alltag auftreten können.

Typische Herausforderungen für IT-Administratoren – und wie man sie löst

Auch erfahrene IT-Admins begegnen regelmäßig wiederkehrenden Problemen. Die folgenden Herausforderungen und ihre Lösungen sind Teil des Berufsalltags.

Überlastung durch Störungen und Tickets

Problem: Zu viele Ad-hoc-Anfragen lassen kaum Zeit für strategische Aufgaben. Die IT-Abteilung reagiert nur noch, statt proaktiv zu handeln.

Lösungsansätze:

  • Klare Priorisierung einführen, z. B. SLA-basiert nach ITIL-Kategorien
  • Self-Service-Portale und Wissensdatenbanken aufbauen, um Standardfragen zu reduzieren
  • Routineaufgaben gezielt automatisieren, etwa mit PowerShell-Skripten für Benutzeranlage oder Passwort-Resets

Sicherheitsbedrohungen und Ransomware

Problem: Seit 2020 haben Phishing-Angriffe, Ransomware und Zero-Day-Exploits massiv zugenommen. Ein erfolgreicher Angriff kann das gesamte Unternehmen lahmlegen.

Lösungsansätze:

  • Konsequentes Patch-Management und Hardening aller Systeme
  • Mehrstufige Sicherheitskonzepte: Firewall, EDR, MFA, Netzwerksegmentierung
  • Regelmäßige Schulungen der Anwender zur Erkennung von Phishing-Mails

Migration in die Cloud und Legacy-Systeme

Problem: Alte Systeme wie Windows Server 2012 oder On-Premises Exchange müssen mit modernen Cloud-Diensten koexistieren. Migration ist komplex und riskant.

Lösungsansätze: Schutz vor Phishingangriffen

  • Schrittweise Migrationsstrategien mit Testphasen und Fallback-Plänen entwickeln
  • Sorgfältige Bestandsaufnahme der bestehenden Systeme und Abhängigkeiten durchführen
  • Bei komplexen Umgebungen mit spezialisierten Dienstleistern zusammenarbeiten

Diese Herausforderungen zeigen, wie anspruchsvoll der Beruf ist – und wie wichtig kontinuierliche Weiterbildung bleibt.

Fazit und nächste Schritte

IT-Administratoren sind unverzichtbar für den Betrieb moderner Unternehmen. Sie halten IT-Infrastruktur, Netzwerke und Systeme am Laufen, gewährleisten IT-Sicherheit und unterstützen User bei technischen Problemen. Der Beruf bietet vielfältige Aufgaben, gute Gehälter und ausgezeichnete Karriereperspektiven – vor allem für alle, die technisches Interesse mit Problemlösungskompetenz verbinden.

Empfohlene nächste Schritte:

  • Skill-Profil prüfen: Eigene technische und persönliche Fähigkeiten ehrlich einschätzen und Lücken identifizieren
  • Weiterbildungsplan erstellen: Konkretes Ziel setzen, z. B. CompTIA Network+ oder Azure Administrator Associate innerhalb der nächsten 6–12 Monate erwerben
  • Stellenangebote analysieren: Jobbörsen nach „IT-Administrator”, „Systemadministrator” oder „Netzwerkadministrator” durchsuchen und Anforderungen verschiedener Unternehmen vergleichen
  • Praxis sammeln: Homelab mit Virtualisierung und eigenen Servern aufbauen, oder im aktuellen Job aktiv an IT-Projekten mitwirken
  • Netzwerk aufbauen: Community-Foren besuchen, an lokalen IT-Meetups teilnehmen und Kontakte in der Branche knüpfen

Wer sich für spezialisierte Karrierewege interessiert, sollte als nächstes die Themen IT-Sicherheit, DevOps oder Cloud-Architektur vertiefen. Diese Bereiche bieten langfristig besonders attraktive Entwicklungsmöglichkeiten und bauen direkt auf den Kompetenzen eines IT-Administrators auf.

Wenn Sie sich für eine Ausbildung oder eine Zusammenarbeit mit dem IT-Systemhaus juunit interessieren, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.

Zusätzliche Ressourcen

Die folgenden Ressourcen unterstützen beim Lernen und bei der Karriereplanung:

  • Offizielle Dokumentationen: Microsoft Learn für Windows Server und Azure, Cisco Networking Academy für Netzwerkgrundlagen, Linux Foundation für Open-Source-Themen
  • Online-Lernplattformen: Udemy, LinkedIn Learning und Coursera bieten IT-Administrator-Kurse zu Themen wie Windows Server, Azure, Netzwerke und IT-Sicherheit
  • Fachmagazine und Portale: Deutschsprachige IT-Publikationen und Blogs zu Windows, Linux, Netzwerk und Security liefern aktuelle Informationen und Best Practices
  • Community-Foren: Administrator.de, Stack Overflow und Reddit r/sysadmin bieten Austausch mit anderen IT-Profis und Lösungen für konkrete Probleme
  • Zertifizierungs-Roadmaps: Microsoft, CompTIA und Cisco stellen offizielle Lernpfade für Admin-Karrieren bereit, die Orientierung bei der Weiterbildung geben
Josip Udovc

Josip Udovc

Josip ist Gründer und Geschäftsführender Gesellschafter der juunit GmbH. Mit seinem Geschäftspartner Dennis Schwarzer teilt er die Leidenschaft für IT, digitale Technologien und smarte Lösungen für den Arbeitsalltag. Immer neugierig auf die neuesten IT- und Technologietrends ist er beim Testen kaum zu bremsen. Bei all der Technikliebe ist ihm das persönliche Miteinander genauso wichtig. Im HR-Bereich ist er daher genauso zu Hause und up to date. Stillstand gibt es bei Josip nicht. Die strategische Weiterentwicklung und Anpassung von juunit an den Markt und die Bedürfnisse der Zielgruppen hat er daher stets im Blick. Beim Thema lebenslanges Lernen geht er selbst mit gutem Vorbild voran und hat zuletzt 2024 nebenberuflich erfolgreich den Studiengang „Unternehmertum“ an der DHBW Karlsruhe abgeschlossen. Seine Mission: juunit nachhaltig zukunftsfähig machen.

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