29.11.2022

137.000 sind zu viel!

von
Josip

137.000 offene IT-Stellen gibt es derzeit in deutschen Unternehmen. Nach einem leichten Einbruch in 2020 und 2021 setzt sich der Negativtrend in der IT-Branche weiter fort. Da die geburtenstarken Jahrgänge nun nach und nach in Rente gehen, wird die Kurve sicherlich noch die nächsten Jahre nach oben gehen. Genauso wie der Bedarf an Digitalisierungsprojekten in Deutschland. Es müssen also Lösungen her und da sind vor allem wir Unternehmer*innen gefragt.

7,1 Monate – solange dauert laut Umfrage von Bitkom im September 2022 die Besetzung von offenen IT-Stellen derzeit. Auch ich merke, dass offene Stellen nicht mehr so schnell zu besetzen sind wie früher. Wenn ich früher eine Stellenanzeige geschaltet habe, dann stand gefühlt am nächsten Tag schon der passende Bewerber bzw. die passende Bewerberin vor der Tür. Doch was sind die Gründe für die langen Vakanzen? Das sind zum einen die fehlenden Bewerber*innen und zum Teil auch die Qualität der Bewerbungen, die nicht immer direkt passt. Zum anderen aber auch Fehler im Bewerbungsprozess seitens der Unternehmen. Durch den Wandel von einem Arbeitgeber*innen- zu einem Arbeitnehmer*innenmarkt ist es fast schon fahrlässig, wenn man eingehende Bewerbungen zu lange unbeantwortet liegen lässt. Im Zweifel war die Konkurrenz schon schneller, bevor die Bewerbung überhaupt intern gesichtet wurde. Auch ich habe das schon schmerzhaft feststellen müssen. Meine Lösung: Gerade in kleinen Unternehmen, in denen es keine eigene Personalabteilung gibt, sollte man sich als Geschäftsführer*in Unterstützung im Unternehmen suchen.

Investments in Employer Branding und Recruting zahlen sich aus

Die Ansprüche der Arbeitnehmer*innen an die eigene Arbeit und den Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin sind gestiegen. Heutzutage ist die Arbeit nicht mehr nur Mittel zum Zweck, sondern soll auch sinnstiftend sein. Besonders junge Arbeitnehmer*innen möchten sich auch mit dem Unternehmen und seinen Werten identifizieren können und wissen, für wen sie arbeiten. Diese Punkte müssen auch schon bei der Erstellung von Stellenanzeigen und in der Ansprache mitgedacht werden. Im Dschungel an Möglichkeiten muss man als Unternehmen herausstechen, um überhaupt gesehen zu werden. Das verlangt ein höheres Maß an Kreativität als früher. Eine lieblos geschaltete Stellenanzeige wird keinen mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Und auch die Außendarstellung des Unternehmens zahlt auf die Qualität und Quantität der Bewerbungen ein. Eine authentische Employer Brand ist für viele Bewerber*innen der entscheidende Faktor bei der Arbeitgeber*innenwahl aber selbstverständlich auch eine faire Entlohnung. Wir sind hier als Unternehmer*innen deutlich mehr gefordert als früher. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass sich ein höherer Invest ins Employer Branding und Recruiting am Ende immer lohnt: Motiviertere, zufriedenere und loyalere Mitarbeiter*innen, die perfekt ins Team passen und es bereichern.

Für den eigenen Nachwuchs sorgen

Eigene Kinder in die Welt zu setzen, mag zwar auch eine Lösung sein, aber in diesem Falle meinte ich mit Nachwuchs Auszubildende. Wir bei juunit bilden schon seit Jahren jährlich mindestens zwei Fachinformatiker*innen für Systemadministration aus. Das ist aus meiner Sicht die beste Lösung, die es gegen den Fachkräftemangel in der IT-Branche gibt. Unser Ausbildungssystem ist eng abgestimmt mit den Bedarfen der Azubis und dem Unternehmen. Hier sind wir immer wieder neue Möglichkeiten am Testen. Zukünftig möchte ich gerne auch noch die Möglichkeit eines dualen Studiums bieten. So können wir noch eine größere Zielgruppe ansprechen, aber auch den eigenen Mitarbeiter*innen eine Weiterentwicklungsmöglichkeit bieten.

Schätze deine Mitarbeiter*innen und ihren Wert

Apropos Mitarbeiter*innen. Beim Thema Fachkräftemangel wird häufig nur der Fokus auf das Thema Recruiting gelegt. Dabei ist es aus meiner Sicht genauso wichtig, die eigenen Mitarbeiter*innen im Blick zu haben. Ein solcher Exit-Run wie in der Pflege-Branche wäre im IT-Bereich fatal und würde eine noch größere Lücke ins System reißen. Daher lautet meine Devise: Schätze deine Mitarbeiter*innen und ihren Wert. Zeige ihnen Perspektiven auf, wie sie sich im Unternehmen weiterentwickeln können. Beim Thema Wertschätzung ist die Devise „Nicht geschimpft ist Lob genug“ aus meiner Sicht der völlig falsche Ansatz. Regelmäßiges Feedback zu ihrer Arbeit, Lob für gute Leistung – auch in einem größeren Kreis, Freiheiten und Flexibilität in ihrem Arbeitsalltag ermöglichen und für besonders gute Leistungen gerne auch mal ein zusätzlicher Benefit – das ist für mich Wertschätzung. Und was leider gerade auch wenn es um Personalmangel geht, vergessen wird: Achte auf deine Mitarbeiter*innen und verbrenne sie nicht! Suche regelmäßig den Austausch mit ihnen, achte auf Warnsignale und schütze Mitarbeiter*innen auch ein wenig vor sich selbst, indem du ihnen Schranken aufweist, um sie nicht zu überlasten.

Die IT muss noch attraktiver werden – vor allem für Frauen

Die IT ist eine Zukunftsbranche und der Bedarf an Fachkräften wird weiter steigen. Beim Thema „Jobattraktivität“ sind aber nicht nur wir als Unternehmer*innen gefragt, sondern die ganze Gesellschaft. Warum? Weil die IT immer noch eine Männerdomäne ist und so viele junge Mädchen noch heute durch veraltete Rollenbilder davor zurückschrecken, diesen Weg zu gehen. Vielen fehlt es an weiblichen Role Models, die die alten Denkstrukturen aufbrechen und zeigen, dass IT eben nicht nur Männersache ist. Nicht nur für Frauen, sondern auch für alle anderen wäre eine Überwindung dieser veralteten stereotypischen Berufsbilder wichtig. Denn eine Studie des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW) von 2017 hat bewiesen, dass diverse Teams erfolgreicher sind, denn sie treffen ausgewogenere und bessere Entscheidung.

In diesem Sinne an alle Frauen da draußen: Wir suchen aktuell noch eine/n Projektmanager*in und eine/n IT-Systemadministrator*in im 2nd Level Support. Bewerbungen von allen anderen Geschlechtern sind natürlich auch herzlich willkommen.

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